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Flugangst: Medikamente beliebt, aber meist wirkungslos
Studie 2009 gibt Einblick in Ursachen, Entwicklung und Empfinden bei Flugangst
(Düsseldorf) Rund 43 Prozent derjenigen, die an Flugangst leiden, haben schon einmal versucht, das Problem durch Medikamente zu lösen. Eine gleich große Gruppe verzichtete bislang auf Präparate, wäre aber bereit, diese auszuprobieren. Nur 13 Prozent schließen die Einnahme von Medikamenten zur Bewältigung von Flugangst kategorisch aus. Das ist ein Ergebnis der „Flugangst-Studie
2009“, die die Zentrale Fluggastberatung in Düsseldorf im Rahmen ihrer Internetbefragung durchgeführt hat. Insgesamt wurden 260 Fragebögen ausgewertet.
Mit jeweils rund 17 Prozent haben sich beide Geschlechter schon einmal Präparate verschreiben lassen. Im Vergleich zu Männern greifen Frauen, laut Umfrage, häufiger auf freiverkäufliche (15%) und pflanzliche (16%) Medikamente zurück (vgl. Männer 9% / 8%). Insgesamt lehnen weitaus mehr Männer (19%) als Frauen (11%) Arzneimittel zur Bewältigung von Flugangst ab. Zwei Drittel aller
Befragten gaben an, dass die gewählten Präparate keine, nicht die erhoffte, manchmal sogar eine gegenteilige Wirkung zeigten.
Angst vor dem Absturz dominiert
Die Angst vor dem Absturz dominiert mit Abstand und wird von fast jedem zweiten Betroffenen als Grund genannt. Es folgt die Angst vor dem Ausgeliefertsein (11%), dem Kontrollverlust (9%) und vor Turbulenzen (8%). Laut Studie haben mehr Frauen als Männer Angst vor Wettereinflüssen. Höhe halten mehr Männer als Frauen für den Grund ihrer Flugangst. Vor menschlichem Versagen beim
Fliegen fürchten sich doppelt so viele Frauen, wie Männer. Umgekehrt haben doppelt so viele Männer wie Frauen Angst vor technischem Versagen. Die Angst vor Terror landet in der Umfrage mit insgesamt 1,2% auf dem letzten Platz.
Befragt nach der persönlichen Angstgeschichte gab die Hälfte der Befragten an, die Flugangst sei plötzlich und unerwartet aufgetreten und habe sich im Laufe der Zeit verstärkt. Rund 26% nennen als Auslöser ein subjektives Negativerlebnis während eines Fluges (Turbulenzen, Durchstarten, Geräusche, usw.), jeder fünfte Betroffene schätzt seine Flugangst als Teil anderer Ängste ein.
Nur knapp 3 Prozent der Menschen mit Flugangst sind noch nie geflogen und haben Angst vor dem Unbekannten. Fast zwei Drittel Betroffener tragen das Problem mehr als sechs Jahre mit sich.
Mann und Frau empfinden unterschiedlich
Mit insgesamt 40% ist das allgemeine Unwohlsein das am stärksten ausgeprägte Angstsymptom, wobei es von weitaus mehr Männern als Frauen angegeben wird. Es folgen Herzrasen (25%) und körperliche Verspannungen (15%). Letztlich nehmen Frauen und Männer ihre Angst unterschiedlich wahr: So leiden beispielsweise dreimal so viele Frauen wie Männer an Übelkeit, Zittern und Verspannungen,
doppelt so viele an Atem- und Luftnot. Schweißausbrüche sind hingegen bei Männern führend.
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