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1. Welche Ursachen hat Flugangst?
2. Wer ist von Flugangst betroffen?
3. Wie äußert sich die Flugangst, und was kann man dagegen tun?
4. Gibt es Tipps, die mir vor oder während eines Fluges helfen können?
5. An wen wenden sich die Seminare?
6. Wie erfolgreich sind die Seminare?
7. Was wollen die Seminare vermitteln?
8. Sind eher Frauen oder eher Männer von Flugangst betroffen?
9. Wie viel Flugerfahrung haben die Teilnehmer?
10. Welche Altersgruppe ist am häufigsten von Flugangst betroffen?
11. Welche Flugsituationen lösen die meiste Angst aus?
12. Unterscheiden sich die körperlichen Angstsymptome bei Männern und Frauen?
13. Wie viele Personen können an einem Seminar teilnehmen?
14. Wo finden die Seminare statt?
15. Wer leitet die Seminare?
16. Gibt es Medikamente, die bei Flugangst helfen?
1. Welche Ursachen hat Flugangst?
Als bodengebundene Lebenwesen ist die Fliegerei für uns Menschen nach wie vor ein besonderes Ereignis. Somit ist das Phänomen, sich dem Medium Luft anzuvertrauen für manche zunächst einmal beängstigend und nur schwer vorstellbar.
Bei mehr als zwei Dritteln Betroffener gibt es keinen konkreten Auslöser für die Flugangst. Die Angst hat sich langsam aber stetig entwickelt und wurde im Laufe der Zeit stärker und belastender. Stress und Angst liegen eng beieinander. Ein erhöhtes Erregungsniveau bei Stress bietet einen idealen Nährboden für eine intensive(re)
Angstreaktion, während dieselbe Situation in entspannterem Zustand vielleicht nur geringes Unbehagen bereitet hätte. Flugangst kann auch die Ausweitung einer bestehenden bzw. bekannten Angstproblematik (Agoraphobie, Klaustrophobie, Höhenangst, u. a.) darstellen. Eine zweite Gruppe hat schon einmal ein subjektiv negatives Ereignis vor oder während eines Fluges miterlebt und seit dieser Zeit als "gefährlich" abgespeichert. In der Folge kommt es zur Vermeidungshaltung, die jedoch bewirkt, dass sich die
Ängste noch weiter festigen können. Die kleinste Gruppe Betroffener ist noch nie geflogen und hat Angst vor dem Unbekannten. Hinzu kommt häufig die Angst vor der unüberschaubaren Technik, deren Beherrschung wir einigen wenigen Spezialisten anvertrauen müssen. Damit ist ein weiterer, wesentlicher Angstauslöser genannt: die Angst vor dem Verlust der eigenen Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit. Nicht umsonst leiden viele beruflich erfolgreiche Menschen an Flugangst, die im Alltag gewohnt sind, Entscheidungen zu
treffen.
2. Wer ist von Flugangst betroffen?
Verschiedene, repräsentative Umfragen haben ergeben, dass sich ein Drittel bis die Hälfte aller Flugpassagiere im Flugzeug unwohl fühlt, manche leiden unter starken Angst- oder Panikzuständen. Rund 10% der Bevölkerung sind aufgrund ihrer Flugangst noch nie geflogen. Flugangst ist in allen Altersgruppen und Bevölkerungsschichten
zu beobachten. Männer und Freuen sind gleichermaßen betroffen, allerdings hat sich gezeigt, dass Frauen zeitlich früher gegen die Problematik vorgehen.
3. Wie äußert sich die Flugangst und was kann ich dagegen tun?
Symptome der Flugangst lassen sich auf drei Ebenen beschreiben:
a) Ebene der Gedanken und Gefühle (negative Gedanken, Katastrophenphantasien)
b) Körperliche Ebene (Muskelverspannungen, Verkrampfungen)
c) Verhaltensebene (Flucht, Vermeidung)
Daher ist es entscheidend, bei der Angstbewältigung auch auf diesen drei Ebenen anzusetzen:
a) Ebene der Gedanken und Gefühle: Häufig zeigt sich die Angst darin, dass Betroffene sich Katastrophenszenarien ausmalen und sich so selbst entmutigen. Es kommt darauf an, zu einer realistischen Einschätzung der Situation zu kommen, mit anderen Worten irreale Phantasien auf Faktenwissen zu reduzieren. Die Lösung heißt Information
und Aufklärung. Wenn Sie Hintergründe zu Flugabläufen, Geräuschen und Sicherheit kennenlernen, werden Sie bestimmte Situationen neu und richtig einordnen und verstehen und damit gelassener mit dem Fliegen und dem Verkehrsmittel Flugzeug umgehen.
b) Körperliche Ebene: Angst und Stress aktivieren eine Menge verschiedener Körperfunktionen. die Sie zum Beispiel in Form einer beschleunigten Atmung, einem Unwohlsein oder einer verspannten Muskulatur erleben. Dieser Zusammenhang lässt sich gezielt nutzen: Körperliche Entspannung und ein intensives Angsterleben sind unvereinbar.
Indem Sie Ihre Muskeln entspannen, entspannt sich gleichzeitig auch Ihr Geist. Genau das ist das Ziel der Progressiven Muskelentspannung. Hier ein kurzer Einblick: Spannen Sie alle Muskeln Ihres Körpers gleichzeitig an und halten die Anspannung einige Sekunden. Dann nehmen Sie ganz plötzlich die Spannung weg und lockern die Muskeln. Diesen angenehmen Entspannungszustand können Sie dann ganz bewusst wahrnehmen und bei Bedarf die Übung wiederholen. Auch durch das richtige Atmen lässt sich der Erregungszustand des
Körpers gut beeinflussen. Hastiges und kurzes Ein- und Ausatmen verstärkt die Anspannung, tiefe, langsame Bauchatmung entspannt. Achten Sie zudem darauf, dass Sie lange ausatmen und Atempausen machen!
c) Verhaltensebene: Die Lösung heißt hier: Konfrontation statt Vermeidung. Die Auswirkung von Flugangst auf das Verhalten besteht meist darin, das Fliegen zu vermeiden. Dies ist verständlich, führt aber nicht zu einer Lösung. Sie schränken Ihren Lebensraum ein und riskieren, dass die Angst sich auch auf andere Bereiche ausweitet.
Die beste Lösung ist demnach eine Therapie, die auf allen drei Ebenen ansetzt, und somit nachhaltig hilft, die Flugangst in den Griff zu bekommen.
4. Gibt es Tipps, die mir vor oder während eines Fluges helfen können?
Gehen Sie Ihre Flugreise möglichst stressfrei an. Nutzen Sie den Web-Check-In, den viele Fluggesellschaften anbieten und kommen Sie pünktlich zum Flughafen.
Wenden Sie sich beim Einsteigen an die Flugbegleiter. Fragen Sie, ob es möglich ist, vor dem Start einmal die Piloten kennenzulernen. Das schafft Vertrauen und lässt Sie nicht "allein" an Bord sein.
Trinken Sie im Flugzeug viel Wasser, Säfte, usw., aber möglichst keinen Alkohol oder Kaffee
Nehmen Sie ein spannendes Buch mit. Noch besser sind Hörbücher, die sowohl akustisch als auch gedanklich ablenken.
Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Sitznachbarn.
Übrigens: Alkohol und Medikamente stellen auch eine Art der Vermeidung dar. Sie verstärken den empfundenen Kontrollverlust und können zu einer Festigung bzw. Verstärkung der Angst führen.
5. An wen wenden sich die Seminare?
Die Seminare wenden sich sowohl an Menschen, die noch nie geflogen sind, als auch an Gelegenheits- und sogar Vielflieger. Zu unseren Teilnehmern gehören auch Betroffene aus einer laufenden oder abgeschlossenen Angsttherapie, die sich mit generalisierten Ängsten beschäftigt. Der Besuch eines Seminars für entspanntes Fliegen
wird hilfreich für Sie sein, wenn Fliegen bei Ihnen körperlichen und psychischen Stress auslöst und - vielleicht auch schon in der Vorstellung - Unruhe, Angst oder sogar Panik auslöst.
6. Wie erfolgreich sind die Seminare?
Erfolgsstatistiken gehören normalerweise in den Bereich der Warenverkäufe. Flugangstbewältigung auf medizinisch-pychologischer Basis ist jedoch kein Produkt, das verkauft wird. Ganz entscheidend für den persönlichen Erfolg ist die Entscheidung, aktiv zu werden und das bestehende Problem (Flugangst, Angst) tatsächlich angehen
zu wollen. Seit 1999 haben insgesamt mehr als 5.000 Personen an jährlich rund 100 Seminaren teilgenommen. Diese Kontinuität spricht für die Qualität und den Erfolg unserer Arbeit - sowohl in Seminaren als auch in Beratungen. 95% der flugängstlichen Personen nehmen am Trainingsflug des Seminars teil. Vor dem Seminar hat mehr als die Hälfte das Fliegen über Monate und Jahre komplett vermieden.
Bereits während des Trainingsfluges zeigt sich eine deutliche und nachhaltige Reduzierung der Angstsymptome, negativen Gefühle und Gedanken. Analysiert man den Trainingsflug genauer, zeigt sich, dass die Angst bereits auf dem Rückflug deutlich geringer ist und mit steigender Flugerfahrung weiter abnimmt. Wochen nach dem Seminar
berichten 82% der Teilnehmer, dass ihre Flugangst deutlich geringer geworden ist. 40% von ihnen fliegen völlig angstfrei, bei fast allen manifestiert sich eine deutliche Verringerung der Flugangst.
Ein Jahr nach ihrer Teilnahme fliegen die Teilnehmer doppelt so häufig wie zuvor. Mehr als zwei Drittel geben an, mit der Situation Flugzeug/Fliegen und mit ihrer Flugangst besser umgehen zu können, als vor dem Seminar. Das heißt, sie fliegen mit deutlich geringerer Angst oder angstfrei. Für ein Drittel der Teilnehmer war das
Seminar hilfreich bei der Bewältigung anderer Ängste. Die überwiegende Mehrzahl kann einzelne Seminarinhalte auch in anderen Lebenssituationen anwenden, beispielsweise bei der Stressbewältigung im Alltag.
7. Was wollen die Seminare vermitteln?
Das primäre Ziel ist, Betroffenen ein entspannte(re)s, angstfreies Fliegen zu ermöglichen, dies auf Basis un vor dem Hintergrund der eigenen Angstgeschichte und persönlichen Anforderungen. Der Aufbau von Vertrauen, sowohl in sich selbst als auch in Mensch und Technik, stehen dabei im Vordergrund. Psychologische, physiologische
und technische Hintergründe werden transparent gemacht; dadurch wird die Hemmschwelle gegenüber dem Verkehrsmittel Flugzeug und der Situation an Bord herabgesetzt.
Teilnehmer erkennen und erleben die Vorteile und den Komfort von Flugreisen und erlernen, wie man Angst und Stress und die damit verbundenen, körperlichen und gedanklichen Reaktionen rechtzeitig erkennt und einschränkt. Umfassende Kenntnisse über Flugsicherheit, die psychischen Möglichkeiten, wie man WIssen in ein Gefühl von
Vertrauen umwandeln kann, sowie die Auskopplung des (falsch eingeordneten) Erlebnisses Flugreise aus bestehenden Angstsystemen bilden die drei wichtigsten Säulen.
8. Sind eher Frauen oder Männer von Flugangst betroffen?
Frauen und Männer sind gleich häufig betroffen. Allerdings nehmen an Seminaren mit zwei Dritteln mehr Frauen als Männer teil. Grund hierfür ist, dass Frauen offener und vielleicht offensiver mit der Problematik Angst umgehen und früher die Entscheidung treffen, aktiv zu werden, um professionelle Hilfe zur Bewältigung in Anspruch
zu nehmen.
9. Wie viel Flugerfahrung haben die Teilnehmer?
Die Mehrzahl der Seminarteilnehmer ist schon häufiger geflogen oder kennt das Flugzeug als Verkehrsmittel. Rund 6% der Teilnehmer sind vor Seminarteilnahme noch nie geflogen. Dies zeigt, dass die Angst vor dem Fliegen nicht unbedingt mit der Erfahrung abnimmt oder ausschließlich Nichtflieger betrifft.
10. Welche Altersgruppe ist am häufigsten von Flugangst betroffen?
Die Mehrzahl der Teilnehmer ist im Alter zwischen 25 und 50 Jahren, die größte Altersgruppe machen die 30- bis 40-jährigen aus. Untersuchungen belegen, dass diese Altersgruppen dem größten Stress ausgesetzt sind bzw. am stärksten motiviert sind, etwas gegen ihre Angst zu unternehmen. Die jüngste Teilnehmerin bisher war zehn,
der älteste 78 Jahre alt.
11. Welche Flugsituationen lösen die meiste Angst aus?
Häufig genannte, unangenehme Flugsituationen sind: Wettereinflüsse (Turbulenzen, Wind), Start- und Landung, sowie das Gefühl des Ausgeliefertseins und des Kontrollverlustes.
12. Unterscheiden sich die körperlichen Angstsymptome bei Männern und Frauen?
Die alljährliche "Studie Flugangst" des Deutschen Flugangst-Zentrums zeigt, dass Frauen Schwindel, Herzrasen und Magenbeschwerden als häufigste Symptome beschrieben. Bei den Männern sind es Schweißausbrüche, Muskelverspannungen und Atembeschwerden.
13. Wie viele Teilnehmer können an einem Seminar teilnehmen?
An den Gruppenseminaren gegen Flugangst des Deutschen Flugangst-Zentrums nehmen grundsätzlich jeweils drei bis sechs Personen teil. Das Einzel- bzw. Individualcoaching ist als Training für maximal zwei Teilnehmer konzipiert und dauert einen Tag.
14. Wo finden die Seminare statt?
Die Seminare finden derzeit an insgesamt 12 Flughäfen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien statt: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Klagenfurt, Köln/Bonn, München, Palma de Mallorca, Stuttgart, Wien, Zürich
15. Wer leitet die Seminare?
Das Deutsche Flugangst-Zentrum arbeitet derzeit mit acht Diplom-Psychologen bzw. Psychotherapeuten zusammen. Dipl.-Psych. Marc-Roman Trautmann ist der verantwortliche Psychologe für die Seminare. Der technische Teil der Seminare wird durch über 20 erfahrene Piloten namhafter, deutscher Fluggesellschaften betreut.
16. Gibt es Medikamente, die bei Flugangst helfen?
Medikamente gegen Flugangst sind keine Lösung. Ihr Einsatz kann sogar gegenteilig wirken, das heißt, Ängste bzw. Angstsymptome erst auslösen oder noch verschlimmern. Hierfür gibt es mehrere Gründe: Flugangst ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne, also können Medikamente nicht zur Heilung, sondern allenfalls zum Zweck der
körperlichen Beruhigung eingesetzt werden. Flugmedizin ist jedoch ein überaus sensibler Bereich. Gerade stark wirkende Präparate zur Beruhigung, wie sie in Fällen von Flugangst leider häufig verschrieben werden, bedürfen einer ständigen Kontrolle. Der Luftdruck an Bord ist geringer, als am Boden, daher stellt sich bei Betroffenen ein völlig anderer Wirkmechanismus ein, der entweder zu früh, zu spät oder gar nicht erfolgt. Hinzu kommt, dass man durch die relativ trockene Luft im Flugzeug automatisch mehr trinkt.
Ein Präparat ist also viel schneller ausgeschieden, als erhofft und erwartet.
Der wesentlichste Einwand gegen medikamentöse Behandlung überhaupt besteht in dem Aspekt der Abgabe von Selbstverantwortung. Das Wahrnehmen und Zulassen der eigenen Körperreaktionen und das Erlernen ihrer Steuerung sollte im Zentrum einer dauerhaft wirksamen – weil vom Betroffenen selbst einsetzbaren – Therapie stehen.
Eine US-amerikanische Studie hat gezeigt, dass einige homöopathische Präparate aus der Angstherapie, richtig angewandt, eine positive unterstützende Wirkung bei Flugangst zeigen. Hingrundinformationen hierzu liefert Ihnen das Forum Naturheilkunde unter dem folgenden Link >>>
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